Ökologische Dämmung mit Schilf, Holzweichfaser, Mineralschaum und Glasschotter

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Im Naturbau gibt es diverse Dämmstoffe auf pflanzlicher und mineralischer Basis. Naturbelassene pflanzliche Dämmung aus Holzweichfasern sind unser Favorit im Dämmwert, Preis-Leistungsverhältnis, Ökologie und gesundheitlichen, raumklimatischen Eigenschaften. Einziger Nachteil: sie benötigen Konstruktiven Wetterschutz und Brandschutz. Hier hilft der Lehmputz innen oder der Kalkputz außen. Wer nicht brennbare und wasserunempfindliche Dämmung benötigt, nimmt die Mineralsschaumplatten. Allgemein akzeptiert in der Denkmalpflege sind die Kombinationen von Schilfmatten, Schilfrohrplatten oder das 70stänglige Schilfrohr mit Lehmputz. In feuchteempfindlichen Erd- und Außenbereichen empfehlen sich unverottbare Dämmstoffe wie Blähton, Blähglas und Schaumglas, da diese kein oder nur äußerst wenig Wasser aufsaugen. Bims und Perlite neigen eher dazu, größere Mengen Wasser aufzusaugen und sollten daher nur innerhalb des Gebäudes verbaut werden. Die Dämmwerte der ökologisch akzeptablen mineralischen Dämmstoffe sind oft nur halb so gut wie die der pflanzlichen Dämmstoffe, benötigen aber keinen konstruktiven Brandschutz und sind unempfindlich gegen Wasser.
Ein paar Lambdawerte (Wärmeleitkoeffizient, je geringer - desto besser): Schaumglas als Platte bis zu 0,036; Bims 0,1; Schaumglasschotter 0,08; Blähton 0,08; Blähglas 0,06; Perlite 0,04 Zum Vergleich: Stampflehm ohne Zuschläge Lambda ca. 1,0. Das heist vereinfacht: 1 cm Schaumglasplatte dämmt so gut wie 28 cm Stampflehm! Für Dämmungen innerhalb des Gebäudes gibt es preiswerte, erprobte, pflanzliche Dämmstoffe wie Holzweichfaser, Hanf, Altpaier und tierische Dämmstoffe wie Schafwolle, welche jedoch vergleichsweise teuer ist. Holzweichfaserdämmung gibt es als Flocken zum Einblasen in Hohlräume, als weiche Matten zum Verfüllen von Hohlräumen, sowie als Platten für innen und außen zum Putzen, als Fußbodenplatte, als wandausteifende Wand- und Dachplatte, wasserbweisend eingestellt oder mit einer Dachunterspannbahn beschichtet. Je nach Ausführung und Herstellungsprozess ist diese Dämmung vollkommen ökologisch wenn sie im Nassverfahren produziert wurden, wie z. B. STEICO flex oder STEICO internal. Im Trockenverfahren hergestellt enthalten sie ca. 4% Pur-Harz. Hanf gibt es als Matten zum Verfüllen von Hohlräumen, wie z. B. im Dach zwischen den Sparren oder in Trockenbauwänden. Hier muss unterschieden werden zwischen rein ökologischem Dämmhanf (z. B. mit Stärke) und Dämmhanf, der mit Kunstoffstützfaser versetzt wurde. Beide Materialien sind angenehm zu verarbeiten, jucken nicht und sind natürlichen Ursprungs. Dämmstoffe aus Altpapier sind nicht unser Favorit, da sie oft mit Borax versetzt sind. Der Einbau verursachte Juckreiz. Ausserdem lässt die enthaltene Druckertinte ein Kompostieren nicht zu. Der Dämmwert pflanzlicher Dämmstoffe liegt in der Regel bei 0,040 bis 0,036. Es wird bei Außenwänden zur Sicherheit immer der Einbau einer Dampfbremse empfohlen, um Tauwasserbildung definitiv auszuschließen. Ein ganz großer Vorteil pflanzlicher Dämmung gegenüber Glasfaser oder Steinwolle: 2007 nahm das Sturmtief Kyrill unserem Einfamilienhaus unfreundlicherweise die Hälfte der Dachziegel, die Holzweichfaser-Dämmung wurde teilweise sehr nass. Nach dem Strum ließen wir das Dach einfach trocknen! Mineralwolle hätten wir komplett entsorgen müssen!